Touristik und Geschäftsreise

Keine Einigung über variable Vergütung

Tarifbewegung Reisebranche

Keine Einigung über variable Vergütung

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
nach zähen, langwierigen und - in der Rückschau - zu langen Verhandlungen konnten sich ver.di und die DRV-Tarifgemeinschaft (DRV-T) nicht auf Kriterien für eine variable Vergütung im Vertrieb verständigen. Somit verbleibt das zusätzliche Budget von zwei Prozent der tariflichen monatlichen Entgeltsumme bei den Unternehmen und kommt nicht zur Auszahlung an die Beschäftigten.

Immer wieder hat unsere Verhandlungskommission in den vergangenen Monaten versucht, der DRV-T Brücken zu bauen. In der letzten Verhandlungsrunde am 26. Juli 2016 haben wir abermals  einen neuen Kompromissvorschlag unterbreitet. Dieser sah vor, dass sowohl einzelne Mitarbeiter*innen als auch die Reisebüro-Teams dann die zusätzliche variable Vergütung erhalten sollten, wenn sie den Durchschnittsumsatz der letzten drei Jahre im aktuellen (Geschäfts-)Jahr übertreffen würden. Auch dieser Vorschlag ging der DRV-T nicht weit genug. Sie beharrte darauf, dass die Beschäftigten “sich selbst verdienen” müssten. Im Klartext: Nur wer sein Bruttojahresgehalt (plus der Arbeitgeberanteile an den Sozialversicherungsbeiträgen) und zusätzlich 25.000 Euro (anteilige variable Kosten) als Umsatzerlöse “einspiele”, könne die zusätzliche variable Vergütung bekommen. Für die Beschäftigungsgruppe C 5 beispielsweise hieße dies, dass ein Jahresumsatz von ca. 700.000 Euro erzielt werden müsste. Und zwar völlig unabhängig von den Faktoren, die den Umsatz beeinträchtigen, aber von den Beschäftigten nicht beeinflusst werden können. Letztlich ging es der DRVT nicht darum, wie immer vollmundig von ihr propagiert, Leistung zu belohnen, sondern um die Abwälzung eines Teils des unternehmerischen Risikos auf die Mitarbeiter*innen. Dies gilt umso mehr, wenn mensch bedenkt, dass die DRV-T künftige Tariferhöhungen zumindest zu 50 Prozent zum Aufbau der variablen Vergütung nutzen wollte und der variable Vergütungsanteil, nach ihren Vorstellungen, in der finalen Ausgestaltung deutlich mehr als 10 Prozent ausmachen sollte.

Das war mit uns nicht zu machen. Deshalb haben wir die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen. Besser kein Ergebnis als ein schlechtes Ergebnis. Wir haben diese Entscheidung im vollen Bewusstsein darüber getroffen, dass sich damit erneut die Frage nach der Zukunft des Flächentarifvertrags in der Reisebranche stellt. Und es stellt sich weiterhin die Frage nach unserer Durchsetzungsfähigkeit. Ohne Druckaufbau geht, wie dieses Beispiel wieder zeigt, bei der DRV-T, aber auch bei den einzelnen Unternehmen der Reisebranche, nichts. Und ohne Mitgliederzuwachs, auch eine alte Weisheit, können wir nicht genügend Druck aufbauen.

Deshalb: Werde Mitglied. Hilf dir und uns - gemeinsam werden wir stärker.

Mit besten Grüßen
Eure Tarifkommissionsmitglieder BTK Touristik