Wohnungs- und Immobilienwirtschaft

Teilen ist keine Schande

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TARIFVERTRAG AUCH NICHT
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Im Konzern Deutsche Annington gibt es einige Themen, die viele Kolleginnen und Kollegen stören. Das Unternehmen ist nicht tarifgebunden und zahlt deutlich unter dem Flächentarifvertrag. Es gibt jedoch aus den Übernahmen kommunaler Wohnungsbaugesellschaften noch genügend Beschäftigte, für die der Flächentarifvertrag gilt. Diese Ungleichbehandlung ist - zu Recht - vielen ein Dorn im Auge. Sie finden es nicht gerecht, dass:

  • Kolleginnen und Kollegen bei gleicher Arbeit unterschiedlich bezahlt werden;
  • die Beschäftigten im Tarif eine 37 Stunden Woche haben und die ohne Tarif eine 40 Stunden Woche und teilweise monatlich noch 5 bzw. 10 unbezahlte Überstunden leisten müssen;
  • die im Tarif Urlaubs- und Weihnachtsgeld bekommen und die anderen leer ausgehen
  • und so weiter, und so weiter.

Deswegen haben sich die Beschäftigten auf den Weg gemacht. Sie haben sich im Kundenservice und im Immobilienservice jeweils zu 30% organisiert, um die Basis zu haben, Ihren Arbeitgeber zu Tarifverhandlungen aufzufordern. Denn das ist die einzige Lösung. Ende Juni haben die Mitglieder des Kundenservice und des Immobilienservice ihre jeweilige Tarifkommission gewählt.

Die Tarifkommissionen Kundenservice und Immobilienservice haben im August gemeinsam ihre Arbeit aufgenommen und in ihrer ersten Sitzung die Forderung beschlossen, die auch auf den Mitgliederversammlungen immer wieder diskutiert wurde. Sie fordern die Anerkennung des Vergütungstarifvertrages und des Manteltarifvertrages für die Angestellten und gewerblichen Arbeitnehmer in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in den tariflosen Gesellschaften Kundenmanagement GmbH und Immobilienservice GmbH. Im Konzern Deutsche Annington wird der bundesweite „Tarifvertrag der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft“ auf ca. 20% der Beschäftigten angewandt. Das heißt, es gibt schon einen Tarifvertrag, auf den wir uns beziehen können. Und dieser Tarifvertrag setzt die Standards in der Branche. Nun wird der Arbeitgeber aufgefordert, diesen Tarifvertrag auch in den tariflosen Gesellschaften Kundenmanagement GmbH und Immobilienservice GmbH anzuerkennen und für alle Beschäftigten dort anzuwenden.

 Die Forderung ist beschlossen und mit dieser Forderung wird der Arbeitgeber bald zu Verhandlungen aufgefordert. Um direkt zu Beginn ein Signal zu setzen, haben die Tarifkommissionen und aktiven Mitglieder im Betrieb beschlossen, eine Unterschriftenliste zu starten, mit der alle Beschäftigten – unabhängig davon, ob sie Mitglied sind, oder nicht – dem Arbeitgeber zeigen können, dass sie hinter der Forderung stehen.